Gedenken an polnische Kriegsgefangene
20.08.2026
Im Vorfeld des bevorstehenden Jahrestages des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs nahm der Botschafter der Republik Polen in Österreich, Zenon Kosiniak-Kamysz, an einer Gedenkveranstaltung in Aspang-Markt teil. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Gedenken an den tragischen Tod zweier polnischer Zwangsarbeiter, die bei einem Fluchtversuch mit einem Flugzeug ums Leben kamen. An der Veranstaltung nahmen Vertreter der Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden teil, darunter Stephan Mlczoch, Leiter der für die Kriegs- und Opfergräberfürsorge zuständigen Abteilung im österreichischen Bundesministerium für Inneres, der Abgeordnete zum Nationalrat Thomas Elian, die Bürgermeisterin von Aspang-Markt, Doris Faustmann, sowie der stellvertretende Direktor der Landespolizeidirektion Niederösterreich, Manfred Aichberger. Die polnische Seite wurde neben dem Botschafter durch den polnischen Militärattaché, Oberst Maciej Betke, und den Gesandten Przemysław Gembiak vertreten.
In seiner Ansprache betonte Botschafter Zenon Kosiniak-Kamysz die Bedeutung des gemeinsamen polnisch-österreichischen Gedenkens an die Opfer des Zweiten Weltkriegs und des Nationalsozialismus sowie des Aufbaus einer gemeinsamen europäischen Erinnerungskultur. Er unterstrich, dass die Erinnerung an die tragischen Ereignisse der Vergangenheit Teil unserer Verantwortung für die Zukunft und zugleich eine Verpflichtung zum Schutz des Friedens, der Menschenwürde und demokratischer Werte ist.
Am 21. August 1943 stürzten Stanisław Krasoń und Ludwik Michalski bei einem Fluchtversuch mit einem Bomber des Typs Ju 88 wenige Kilometer vom Startort am Flugplatz Wiener Neustadt entfernt ab. Beide kamen bei dem Unglück ums Leben. Ihre Leichen wurden geborgen und zwei Tage später in einem anonymen Grab auf dem Pfarrfriedhof in Unteraspang beigesetzt. Die Geschichte der beiden Polen wurde vor einigen Jahren auf Initiative des österreichischen Innenministeriums in Zusammenarbeit mit der Botschaft der Republik Polen und den Behörden des Landes Niederösterreich eingehend historisch untersucht. Dank archäologischer und anthropologischer Untersuchungen konnten die Identität der Bestatteten bestätigt und die Umstände ihres Todes rekonstruiert werden. Im Jahr 2023 wurde auf dem Friedhof in Unteraspang eine Gedenktafel enthüllt, die an das tragische Schicksal der beiden Polen erinnert und den historischen Kontext des Geschehens erläutert.
Foto: © MeinBezirk/Peinsipp und Botschaft der Republik Polen