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Feierlichkeiten zum 87. Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs in Berlin

02.09.2026

Am 1. September 2026 fanden auf dem Britischen Soldatenfriedhof in Berlin Feierlichkeiten zum 87. Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs statt.

Feierlichkeiten zum 87. Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs in Berlin

Neben Vertretern der polnischen Botschaft in Berlin nahmen auch Mitglieder des diplomatischen Korps – ziviler und militärischer Vertreter, Vertreter deutscher politischer Gruppierungen, polnischer Vereinigungen sowie Schüler der Katharina-Heinroth-Grundschule, einer deutsch-polnischen Europaschule.

Jan Tombiński, Geschäftsträger a.i. der Republik Polen in Deutschland, würdigte in seiner Rede sowohl die Opfer des Krieges und der deutschen Besatzung als auch die Soldaten der Alliierten, denen wir das Leben in einem freien und demokratischen Europa verdanken. Er erinnerte daran, dass Polen infolge des Ribbentrop-Molotow-Paktes zunächst vom Dritten Reich und anschließend am 17. September von der Roten Armee angegriffen wurde.

„1939 kamen die Alliierten Polen nicht zu Hilfe. Unser Land blieb allein im Würgegriff zweier verbrecherischer Totalitarismen zurück. Die Lehren, die wir aus der Geschichte ziehen müssen, verpflichten uns zur Solidarität mit der Ukraine“, betonte Jan Tombiński.

„Es gibt in Polen kein Dorf und keine Stadt, in der nicht der zahlreichen Kriegsopfer gedacht wird. Es gibt keine einzige polnische Familie, die keine Angehörigen verloren hätte“, sagte Knut Abraham während der Feierlichkeiten. Der Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-polnische Zusammenarbeit betonte, dass es nach wie vor wichtig sei, in Deutschland das Wissen über das Ausmaß des mörderischen Überfalls auf Polen zu verbreiten. Diesem Zweck werde das Denkmal für die polnischen Opfer des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besatzung dienen, das in Berlin errichtet werden soll. Der Wettbewerb um die Gestaltung und den Auftragnehmer des Denkmals werde noch in diesem Jahr abgeschlossen, fügte Abraham hinzu.

 

Ein weiterer Teil der Feierlichkeiten, organisiert vom Deutschen Polen-Institut (DPI), fand im Zentrum der deutschen Hauptstadt am provisorischen Denkmal für die polnischen Opfer der deutschen Besatzung statt. An der Veranstaltung nahmen unter anderem der Geschäftsträger a.i. der Republik Polen in Deutschland, Jan Tombiński, und der Staatsminister für Europa im deutschen Auswärtigen Amt, Gunther Krichbaum, teil. Ebenfalls anwesend waren der ehemalige deutsche Außenminister Heiko Maas sowie der ehemalige deutsche Botschafter in Polen und derzeitige stellvertretende Vorsitzende des einflussreichen Thinktanks DGAP, Rolf Nikel, Dr. Konrad Schmidt-Wertherna – Vertreter des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien – sowie der Berliner Bürgermeister Kai Wegner.

Die diesjährige Gedenkfeier widmete sich in besonderer Weise den Opfern der Verbrechen in Piaśnica. Zwischen Oktober 1939 und April 1940 ermordeten die deutschen Besatzer in den Wäldern von Piaśnica bis zu 14.000 Menschen: Vertreter der polnischen Intelligenz, aus dem Reichsgebiet herbeigeschaffte Polen und Deutsche sowie Patienten aus psychiatrischen Kliniken in Pommern.

Jan Tombiński, Geschäftsträger a.i. der Republik Polen in Deutschland, nahm aktiv an den Gedenkfeiern teil und würdigte die Ermordeten. „Seit den frühen Morgenstunden finden heute in ganz Polen, von Westerplatte bis zu den Tatra-Bergen, Gedenkfeiern zum 1. September 1939 statt. Es reicht jedoch nicht aus, dass nur die Nachkommen der ermordeten Opfer ihrer gedenken. Diese Botschaft muss auch die Nachkommen der Mitschuldigen erreichen“, wandte er sich an die bei den Feierlichkeiten versammelten Vertreter der deutschen Regierung, Abgeordneten des Bundestages, der Berliner Behörden und der Zivilgesellschaft.

Jan Tombiński äußerte die Hoffnung, dass nach der Bekanntgabe der Wettbewerbsergebnisse unverzüglich mit der Arbeit an der endgültigen Gestaltung des Denkmals für die polnischen Opfer begonnen werde. „Das Denkmal soll zum Nachdenken über die Geschichte anregen und eine Debatte über die Zukunft anstoßen: Welche Fehler sollten wir nicht wiederholen, in welche falschen Narrative dürfen wir nicht verfallen und wie können wir die Sicherheit eines gemeinsamen Europas stärken“, fügte er hinzu.

Der Berliner Bürgermeister Kai Wegner erklärte, dass die Deutschen „mit großer Demut und Scham an den Überfall auf Polen zurückdenken“. Das Gedenken, so fügte er hinzu, „darf nicht zur Routine werden“.

Er erinnerte daran, dass „Berlin die Stadt ist, von der aus die Befehle ergangen sind, die zur Ermordung und Verfolgung von Millionen Menschen in Polen führten“.

Der Bürgermeister der deutschen Hauptstadt zeigte sich erfreut darüber, dass im Stadtzentrum eine vorübergehende Gedenkstätte für die polnischen Opfer errichtet wurde. „Es ist wichtig, dass wir uns nicht mit einer vorübergehenden Lösung begnügen, sondern weiter an einer dauerhaften Lösung arbeiten“, erklärte er.

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