Nationaler Gedenktag für Polen, die Juden unter deutscher Besatzung retteten
24.03.2026
Nationaler Gedenktag für Polen, die unter deutscher Besatzung Juden retteten
Der Nationale Gedenktag für Polen, die unter deutscher Besatzung Juden retteten, ist eine Gelegenheit, all jenen Respekt und Dankbarkeit zu erweisen, die während des Zweiten Weltkriegs – oft unter Androhung der Todesstrafe – verfolgten und zur Vernichtung bestimmten Juden geholfen haben. Unter ihnen befanden sich auch polnische Diplomaten, die ihre Positionen nutzten, um weitreichende, internationale Hilfsnetzwerke aufzubauen.
Schweiz – Zentrum der Rettungsaktionen
Eine besondere Rolle spielte die Gesandtschaft der Republik Polen in Bern, die während des Krieges zu einem der wichtigsten Zentren der Koordination von Hilfe für polnische Staatsbürger in ganz Europa wurde. Hier wirkte die sogenannte Ładoś-Gruppe, die einen der außergewöhnlichsten Mechanismen zur Rettung von Juden entwickelte.
An der Spitze stand Aleksander Ładoś, Leiter der polnischen Gesandtschaft, der der gesamten Operation diplomatischen Schutz gewährte und auf höchster politischer Ebene agierte. Sein engster Mitarbeiter war Stefan Ryniewicz, stellvertretender Missionschef und Koordinator zahlreicher operativer Maßnahmen.
Eine Schlüsselrolle spielte Konstanty Rokicki, Konsul, der eigenhändig falsche Pässe lateinamerikanischer Staaten ausstellte. Diese Dokumente wurden an Juden im besetzten Europa weitergeleitet und erhöhten ihre Chancen, Deportationen in Vernichtungslager zu entgehen. Eine zentrale Rolle spielte auch Juliusz Kühl, der Kontakte zu jüdischen Organisationen pflegte und die Aktion mitorganisierte.
Unverzichtbare Unterstützung leisteten Abraham Silberschein und Chaim Eiss, die Daten von bedrohten Personen sammelten und finanzielle Mittel für die Durchführung der Aktion bereitstellten. Dank ihrer gemeinsamen Anstrengungen erhielten tausende Menschen Dokumente, die ihnen eine Überlebenschance boten.
Aktivitäten polnischer Diplomaten in anderen Ländern
Die Hilfe polnischer Diplomaten beschränkte sich nicht auf die Schweiz. In vielen Ländern Europas und darüber hinaus engagierten sich Vertreter der Republik Polen für die Rettung von Juden.
In Deutschland stellte Feliks Chiczewski, Konsul in Leipzig, verfolgten Juden Schutz zur Verfügung und stellte ihnen Dokumente aus, die ihre Flucht ermöglichten. Auch Tadeusz Brzeziński setzte sich aktiv für die Ausstellung von Pässen ein, die Juden die Ausreise aus dem Deutschen Reich ermöglichten.
In Ungarn organisierte Henryk Sławik umfassende Hilfe für polnische Flüchtlinge, darunter zahlreiche Juden. Er stellte ihnen Dokumente aus, organisierte Unterkünfte und schuf Strukturen der Unterstützung.
In Frankreich unterstützten polnische Diplomaten – trotz Besatzung und unter konspirativen Bedingungen – Flüchtlinge und organisierten humanitäre Hilfe. In der Türkei dienten polnische Vertretungen als wichtige Transitpunkte und Kommunikationskanäle für bedrohte Menschen in Europa.
Japan und Fernost – die Tätigkeit von Tadeusz Romer
Eine besondere Stellung nimmt die Tätigkeit von Tadeusz Romer, Botschafter der Republik Polen in Japan und später in Shanghai, ein. Er spielte eine entscheidende Rolle bei der Organisation von Hilfe für jüdische Flüchtlinge, die dank der von dem japanischen Diplomaten Chiune Sugihara ausgestellten Visa nach Japan gelangt waren.
Romer sorgte für humanitäre Unterstützung, stellte Dokumente aus, die eine Weiterreise ermöglichten, und half den Flüchtlingen, sichere Zufluchtsorte zu finden. Nach seiner Versetzung nach Shanghai setzte er seine Hilfe für die dortige jüdische Gemeinschaft fort.
Erinnerung und Verantwortung
Diese Geschichten zeigen, dass die Hilfe polnischer Diplomaten einen globalen Charakter hatte – von Bern über Budapest, Paris und Ankara bis nach Tokio und Shanghai. Sie sind Ausdruck von Mut, Solidarität und Menschlichkeit in Zeiten äußerster Unmenschlichkeit.
Am Nationalen Gedenktag erinnern wir an alle – bekannte und unbekannte – die das Leben anderer gerettet haben und damit ein bleibendes Zeugnis moralischer Verantwortung hinterlassen haben.