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Polnisches Kulturerbe in Freiburg in neuem Licht

17.07.2026

Mehoffer in Gigapixel-Auflösung: Ein polnisches Meisterwerk in Freiburg wird weltweit zugänglich

Józef Mehoffer in Freiburg

Die dreizehn monumentalen Glasfenster von Józef Mehoffer in der Kathedrale St. Nikolaus in Freiburg wurden erstmals in ihrer Gesamtheit in Gigapixel-Auflösung digitalisiert. Dank einer Initiative der Stiftung für die Digitalisierung des nationalen Kulturerbes kann eines der bedeutendsten Werke polnischer Kunst außerhalb Polens nun kostenlos in einer virtuellen Ausstellung auf mehoffer.org besichtigt werden.

Das Lebenswerk eines polnischen Künstlers

Die Geschichte der Freiburger Glasfenster begann im Jahr 1895. Der damals erst 26-jährige Józef Mehoffer gewann einen internationalen Wettbewerb für die Gestaltung neuer Fenster der gotischen Kathedrale St. Nikolaus. Die Jury wählte seinen Entwurf aus 76 Einsendungen aus ganz Europa aus. Der Auftrag an den jungen, damals noch wenig bekannten polnischen Künstler markierte den Beginn seines bedeutendsten künstlerischen Projekts.

Mehoffer arbeitete insgesamt 41 Jahre lang – von 1895 bis 1936 – an dem Zyklus. In dieser Zeit schuf er acht Fenster in den Seitenschiffen und fünf im Chorraum. Der vollständige Zyklus umfasst dreizehn monumentale Glasfenster mit einer Gesamtfläche von rund 280 Quadratmetern.

Der Künstler verband die gotische Architektur der Kathedrale mit der Bildsprache der Bewegung „Junges Polen“, dem europäischen Jugendstil, der polnischen Volkskunst und Einflüssen der byzantinischen Kunst.

Die Glasfenster zeichnen sich durch ihre außergewöhnliche Farbenpracht, ihre vielschichtige Symbolik und ihre präzise Komposition aus. Mehhoffers Werk ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Erbes Freiburgs, sondern auch eines der bedeutendsten Zeugnisse polnischer Kultur in der Schweiz.

45 Milliarden Pixel

Im Rahmen der Digitalisierung wurden alle Glasfenster mit einer Gesamtauflösung von 45 Gigapixeln – also 45 Milliarden Pixeln – erfasst. Dank der eingesetzten Technologie können die Bilder beliebig vergrößert und Details betrachtet werden, die vom Kirchenschiff aus nicht zu erkennen sind.

Dazu gehören die Signatur des Künstlers, die Struktur der Bleiverbindungen, Mikrorisse im hundert Jahre alten Glas, Elemente der dargestellten Gewänder, Wappen und verborgene symbolische Motive. Einzelne Ausschnitte können bis zu 800-fach vergrößert werden.

Nach Angaben der Projektverantwortlichen handelt es sich wahrscheinlich um die weltweit größte Gigapixel-Digitalisierung sakraler Kunst und zugleich um das erste Projekt dieser Größenordnung, das dem polnischen Kulturerbe außerhalb Polens gewidmet ist.

Die Kathedrale online erleben

Das Projekt beschränkt sich nicht auf die Präsentation digitaler Reproduktionen. Die virtuelle Ausstellung ermöglicht auch einen 360°-Rundgang durch die Kathedrale St. Nikolaus und vermittelt die Geschichte der einzelnen Fenster, ihre Symbolik sowie die Entstehungsgeschichte des gesamten Zyklus.

Die Inhalte sind auf Polnisch, Englisch und Französisch verfügbar. Die Website wurde nach dem Barrierefreiheitsstandard WCAG 2.2 gestaltet. Die Stiftung plant, das Projekt künftig unter anderem um Audiodeskriptionen, Inhalte in polnischer Gebärdensprache, leicht verständliche Texte sowie Bildungsangebote für Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderungen zu erweitern.

Die virtuelle Ausstellung wurde am 8. Juli 2026 eröffnet – genau am 80. Todestag von Józef Mehoffer. Dieses Datum verbindet symbolisch das Gedenken an den Künstler mit einem neuen Kapitel der digitalen Präsentation seines Werks.

Polnisch-schweizerische Zusammenarbeit

Die Digitalisierung der Freiburger Glasfenster und ihre kostenlose Bereitstellung wurden durch die Zusammenarbeit der Stiftung für die Digitalisierung des nationalen Kulturerbes mit dem Domkapitel St. Nikolaus und den Behörden des Kantons Freiburg ermöglicht.

Das Projekt wurde aus Mitteln der Kanzlei des Senats der Republik Polen im Rahmen der Unterstützung der polnischen Diaspora und der im Ausland lebenden Polinnen und Polen finanziert.

Sein vollständiger Titel lautet: „Digitale Revolution beim Zugang zum polnischen Kulturerbe – weltweite Verbreitung und Förderung der dreizehn Glasfenster von Józef Mehoffer aus der Kathedrale St. Nikolaus in Freiburg in Gigapixel-Auflösung unter der polnischen Diaspora“.

Die Initiative zeigt, wie moderne Technologien zum Schutz und zur Vermittlung des kulturellen Erbes beitragen können. Zugleich erinnert sie an die engen kulturellen Beziehungen zwischen Polen und der Schweiz sowie an ein außergewöhnliches Werk, das seit mehr als hundert Jahren das Innere einer der bedeutendsten Kirchen Freiburgs erhellt.

Die virtuelle Ausstellung ist kostenlos verfügbar unter:

🌐 mehoffer.org

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